Die Reise von Simone: Wie eine ehemalige Rehapatientin ihr Hohlkreuz besiegte und ihre Kraft zurückgewann

Beitragsbild: Die Reise von Simone: Wie eine ehemalige Rehapatientin ihr Hohlkreuz besiegte und ihre Kraft zurückgewann

Stell Dir vor, Du hast alles erreicht. Du hast ein Unternehmen das läuft, Dein Team respektiert Dich und Deine To-do-Liste ist Dein persönliches Spielfeld. Doch während Du im Außen Imperien aufbaust, führt Dein eigener Körper im Stillen einen Putsch gegen Dich an.

Genau so erging es Simone.

Simone ist eine jener Powerfrauen, die 60 Stunden pro Woche Vollgas geben. Aber hinter der perfekten Fassade im Boardroom verbarg sich ein schmerzhaftes Geheimnis. Pünktlich um 15 Uhr, während sie die nächste Quartalsstrategie plante, schlug der „15-Uhr-Kollaps“ zu. Ein brennender, nagender Druck in der Lende, der ihr buchstäblich den Atem raubte.

In diesem Artikel erzähle ich Dir ihre Geschichte. Eine quälende Reise weg vom „Enten-Po“ und den chronischen Schmerzen, hin zu einer Haltung, die ihrer inneren Stärke endlich wieder entspricht.

Der Ruf des Ichs: Wenn der Körper „Nein“ sagt

Simones Geschichte begann nicht mit einem lauten Knall, sondern mit einem schleichenden Verfall. Sie kam zu mir, nachdem sie sich selbst in einem Schaufenster gesehen hatte. „Denny,“ sagte sie, „ich sehe aus wie eine Ente. Bauch nach vorne, Po nach hinten und mein Rücken fühlt sich an, als würde er jeden Moment durchbrechen.

Was Simone beschrieb, war das klassische Donald-Duck-Syndrom, in der Fachwelt als lumbale Hyperlordose oder schlicht Hohlkreuz bekannt. Ihr Becken war nach vorne gekippt, ihre Lendenwirbelsäule extrem konkav gebogen. Um nicht nach vorne umzukippen, verlagert der Körper in so einem Fall den Brustkorb kompensatorisch hinter die Körperachse. Das Ergebnis? Eine Silhouette, die alles andere als souverän wirkt.

Doch für Simone war es mehr als nur ein optisches Problem. Die Fehlstellung setzte ihre unteren Lendenbandscheiben unter Dauerstress. Die Hinterkanten ihrer Wirbelkörper wurden belastet, die kleinen Facettengelenke ineinander gestaucht. Die Quittung: Schmerzen, die bis ins Bein ausstrahlten: ein gereizter Ischiasnerv.

Die Verweigerung: Die Falle des „Schreibtischtäters“

Wie jeder „funktionierende Mensch“ versuchte Simone zuerst, das Problem zu ignorieren. „Das ist nur der Stress,“ redete sie sich ein. Sie kaufte sich eine Faszienrolle, dehnte hier und da ein bisschen und hoffte auf ein Wunder.

Doch was sie nicht wusste: Ihr Körper hatte sich über Jahre an ihren Büroalltag angepasst. Acht bis zehn Stunden Sitzen am Tag hatten ihr Nervensystem umprogrammiert. Ihre Hüftbeuger (insbesondere der M. iliopsoas) waren in einem permanenten Zustand der Verkürzung. Stell Dir diese Muskeln wie ein zu kurzes Gummiband vor, das Dein Becken von vorne unerbittlich nach unten zieht.

Gleichzeitig waren ihre Gegenspieler – die Gesäßmuskulatur und die Bauchmuskeln – in den „Dornröschenschlaf“ verfallen. Sie waren buchstäblich „plattgesessen“ und hatten keine Chance mehr, das Becken wieder aufzurichten. Wir nennen dieses biomechanische Tauziehen das Lower Crossed Syndrome.

Unser Rettungsplan

Als Simone zu mir in die Reha kam, war sie am Tiefpunkt ihrer körperlichen Belastbarkeit. Wir saßen zusammen und ich erklärte ihr: „Simone, wir kämpfen hier nicht gegen Dein Alter oder Deine Gene. Wir kämpfen gegen Deine Gewohnheiten. Dein Rücken ist nicht kaputt: er ist nur in der falschen Position festgefroren.

Wir entwickelten einen Plan, der sich nahtlos in ihren Unternehmer-Alltag integrieren ließ. Keine zwei Stunden im Fitnessstudio, sondern strategische Interventionen. Wir nutzten das NEUHALT-System, einen logischen Fahrplan zur Wiederherstellung ihrer lumbalen Integrität.

Unser Fokus lag auf dem 10-Minuten Feierabend-Reset, bestehend aus drei entscheidenden Phasen:

  1. Entriegeln (Release): Die tiefsten Fesseln lösen – den Hüftbeuger auf Länge bringen.
  2. Schmieren (Nourish): Die Wirbelgelenke rhythmisch mobilisieren, um die Bandscheiben mit Nährstoffen zu versorgen.
  3. Aktivieren (Wake-Up): Den Po und den Core aus dem Winterschlaf wecken.

Der Kampf mit dem inneren Schweinehund

Jede Reise hat ihre harten Momente. Für Simone war es die erste Begegnung mit dem Couch Stretch.

1. Die Feuerprobe: Der Couch Stretch

Diese Übung ist die ultimative Waffe gegen das Hohlkreuz aber sie fordert ihren Tribut. Simone musste ein Knie vor eine Wand oder Couch stellen, den Unterschenkel senkrecht nach oben legen und den Oberkörper aufrichten.

Ich erinnere mich an ihr Gesicht: „Denny, das brennt wie Feuer in der Leiste!“ Meine Antwort: „Das ist das Gefühl von Freiheit, Simone. Dein Hüftbeuger lässt gerade nach Jahren des Klammerns los.Wichtig für Dich: Simone lernte dabei, den Po fest anzuspannen, um das Becken nach hinten zu kippen. Nur so erreicht die Dehnung den Kern des Problems, ohne den unteren Rücken weiter zu stressen.

2. Die Rückkehr der Faulenzer: Die Glute Bridge

Als Nächstes mussten wir ihr Gesäß wiederbeleben. Simone legte sich auf den Rücken, stellte die Füße auf und hob das Becken an. Der Fokus lag nicht auf der Höhe, sondern auf der bewussten Anspannung. „Kneif die Backen zusammen, als müsstest Du eine Nuss knacken,“ sagte ich ihr. Nach wenigen Wochen spürte sie, wie ihr Po wieder anfing, seine Aufgabe als Stabilisator des Beckens wahrzunehmen.

3. Der Schutzschild: Der Dead Bug

Um ihr Hohlkreuz dauerhaft zu stabilisieren, trainierten wir ihren Core mit dem Dead Bug. In Rückenlage bewegte sie abwechselnd einen Arm und das diagonale Bein Richtung Boden, immer mit dem eisernen Gesetz: Der untere Rücken muss festen Kontakt zum Boden behalten. Es war ihr „inneres Muskelkorsett“, das sie vor künftigen Rückschlägen schützte.

Die Wende: Mehr als nur ein gerader Rücken

Nach etwa acht Wochen passierte etwas Magisches. Simone kam zum Training und strahlte. „Denny, ich habe heute eine dreistündige Verhandlung im Stehen geführt. Ohne Schmerzen. Und ich wusste genau, wie ich mein Becken positionieren muss.

Das war der Moment der Embodiment-Erkenntnis. Wir hatten nicht nur ihre Muskeln trainiert, sondern ihre gesamte Ausstrahlung verändert. Eine aufrechte Haltung ist ein Signal an das Gehirn: „Ich bin sicher. Ich bin stabil.“

Simone nutzte nun unbewusst das Konzept des Power Posings. Indem sie ihren Brustkorb öffnete und ihr Becken neutral hielt, sank ihr Cortisolspiegel (Stresshormon) und ihr Selbstvertrauen stieg. Sie wirkte nicht mehr wie eine zusammengefallene, schmerzgeplagte Ente, sondern wie die souveräne Anführerin, die sie im Herzen schon immer war.

Heute ist Simone unfassbar glücklich

Heute ist Simone schmerzfrei. Sie hat gelernt, dass ihr Körper kein Hindernis ist, sondern ihr wichtigstes Asset. Sie nutzt kleine Mikro-Moves direkt an ihrem Schreibtisch, um Verspannungen zu lösen, bevor sie zum Problem werden.

Ihre harte Reise hat sie verändert:

  • Energie: Sie hat abends wieder die Kraft, mit ihren Kindern zu spielen, statt erschöpft auf die Couch zu fallen.
  • Fokus: Ohne den nagenden Schmerz kann sie sich viel konzentrierter ihrer Arbeit widmen.
  • Verantwortung: Sie weiß jetzt, dass sie die Werkzeuge hat, um ihre Rückengesundheit selbst zu steuern.

Deine eigene Reise beginnt jetzt

Vielleicht fühlst Du Dich gerade wie Simone am Anfang ihrer Reise. Vielleicht spürst Du diesen Druck in der Lende oder siehst im Spiegel diese „Enten-Silhouette“.

Ich sage Dir: Das muss nicht Dein Schicksal sein. Ein Hohlkreuz ist in den meisten Fällen kein Haltungsschaden, sondern eine reversible Fehlhaltung. Du kannst lernen, Dein Becken aufzurichten und die tiefen Fesseln des Sitzens zu lösen.

Bist Du bereit für Deinen ersten Schritt?

Fang heute an. Nimm Dir 10 Minuten Zeit für Dich. Wenn Du wissen willst, wie Du das konkret in Deinen vollen Terminkalender einbaust, schau Dir z.B. diesen Beitrag an.

Deine Gesundheit ist die Basis für Deinen Erfolg. Investiere in Deinen Rücken, er ist das einzige Fundament, das Dich ein Leben lang trägt.

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