Der Mann, der zu hart kämpfte: Wie Markus seine Rückenschmerzen endlich loswurde

Stell Dir vor, Dein Wecker klingelt. Draußen geht die Sonne auf. Eigentlich ein schöner Moment, oder? Aber für Markus war es der schlimmste Moment des Tages.

Bevor er überhaupt die Augen richtig offen hatte, war er schon da: dieser dumpfe, ziehende Schmerz im unteren Rücken. Markus lag im Bett und fühlte sich nicht wie ein erfolgreicher Mann in den besten Jahren. Er fühlte sich wie eine rostige Blechdose, die man jahrelang im Regen stehen gelassen hat.

Kennst Du das? Dieses Gefühl, wenn Du nach dem Aufstehen erst einmal 10 bis 15 Minuten brauchst, um überhaupt „funktionsfähig“ zu werden? Wenn jeder Schritt zum Bad sich anfühlt, als müsstest Du ein verrostetes Scharnier mit Gewalt aufbrechen?

So begann Markus’ Tag. Jeden. Verdammten. Morgen.

Markus: Der „Durchhalter“ im Konflikt mit seinem Körper

Markus ist ein Typ, den Du wahrscheinlich sofort mögen würdest. Er ist diszipliniert. Er ist pflichtbewusst. Ein echter Leistungsträger, der im Büro alles gibt. Wenn es ein Problem gibt, dann löst Markus es. Mit harter Arbeit. Mit Durchhalten. Mit Zähnezusammenbeißen.

Genau diese Einstellung hat ihn beruflich weit gebracht. Aber genau diese Einstellung war bei seinen Rückenschmerzen sein größter Feind.

Markus litt seit über zehn Jahren an einem ausgeprägten Hohlkreuz (die Fachleute nennen das Hyperlordose). Sein Becken kippte nach vorne, sein Bauch wölbte sich raus – obwohl er eigentlich fit war – und sein unterer Rücken stand unter Dauerfeuer. Er versuchte alles. Er ging ins Fitnessstudio. Er stemmte Gewichte. Er dehnte sich bis zum Umfallen.

Aber es wurde nicht besser. Im Gegenteil.

Die Hohlkreuz-Falle: Warum „hart“ Dich kaputt macht

Weißt Du, was Markus dachte? Er dachte: „Wenn es wehtut und steif ist, muss ich einfach härter trainieren. Ich muss den Schmerz wegbrennen. Ich muss mich mit Gewalt beweglich machen.

Er trainierte aggressiv. Schwere Kniebeugen, intensives Kreuzheben und Dehnübungen, bei denen er fast geschrien hat. Er wollte seinen Körper mit dem Brecheisen zur Vernunft bringen.

Aber hier ist das Problem: Sein Körper hat das als Bedrohung verstanden.

Wenn Du ein Hohlkreuz hast, sind Deine kleinen Wirbelgelenke im unteren Rücken (die Facettengelenke) sowieso schon ineinander gestaucht. Wenn Du dann noch schwere Gewichte draufpackst, drückst Du sie nur noch fester zusammen. Dein Nervensystem bekommt Panik. Es schaltet auf „Notstrom“ und macht alles noch fester, um Deine Wirbelsäule zu schützen.

Das Ergebnis? Markus baute sich einen „Muskel-Panzer“. Er wurde immer stärker, aber auch immer unbeweglicher. Seine Beweglichkeit sank gegen Null und die Schmerzen wurden zu seinem ständigen Schatten.

Besonders schlimm war es nach langem Sitzen im Büro. Wenn er dann „falsch“ aufstand, passierte es: Ein stechender Blitz schoss in seinen Rücken. Ein klassischer „Hexenschuss“-Moment, der ihn für Minuten außer Gefecht setzte.

Unser Treffen: Vom „Macher“ zum „Wahrnehmer“

Als Markus zu mir kam, war er frustriert. Er sagte: „Denny, ich mache doch alles richtig. Ich trainiere, ich dehne mich. Warum lässt mich mein Rücken im Stich?

Ich sah ihn mir an und wusste sofort: Markus kämpft einen Krieg gegen sich selbst. Er war wie ein Auto, das mit angezogener Handbremse Vollgas gibt.

Ich sagte ihm: „Markus, Dein Training ist zu aggressiv. Wir müssen aufhören zu kämpfen. Wir müssen Deinem Körper zeigen, dass er sicher ist.

Wir starteten mein NEUHALT-System, eine 12-Wochen-Strategie, die genau darauf abzielt, solche verhärteten Muster aufzubrechen.

Schritt 1: Den Panzer knacken (Sanfte Mobilisation)

In den ersten Wochen haben wir etwas getan, das Markus wahnsinnig gemacht hat: Wir haben die Intensität massiv heruntergefahren.

Denny steht im Vierfüßlerstand. Auf dem linken Bild sinkt der Bauch nach unten. Auf dem rechten Bild ist der Rücken gerundet.

Statt schwerer Gewichte gab es sanfte Mobilisation. Wir haben Übungen gemacht wie den Katzenbuckel (Cat-Cow). Ganz langsam. Ganz weich. Markus sollte lernen, seinen unteren Rücken wieder zu spüren, ohne dass er sofort verkrampft.

Wir haben seinen Hüftbeuger sanft gedehnt. Nicht mit Gewalt, sondern mit Geduld. Stell Dir vor, Du willst ein verklebtes Stück Klebeband lösen. Wenn Du ruckartig ziehst, verklebt es nur noch mehr. Wenn Du sanft und stetig ziehst, löst es sich am Stück.

Genau das haben wir mit seinem Körper gemacht. Wir haben die Flüssigkeit zurück in seine Bandscheiben „gepumpt“ und seinem Nervensystem signalisiert: „Hey, alles okay. Du darfst lockerlassen.

Innerhalb der ersten vier bis sechs Wochen passierte das Wunder: Markus merkte, dass er morgens nicht mehr 15 Minuten brauchte, um aus dem Bett zu kommen. Er stand auf und der Körper „floss“ einfach mit.

Schritt 2: Die Festung bauen (Stabilisation)

Nachdem wir die Beweglichkeit zurückgeholt hatten, durften wir nicht aufhören. Das ist der Fehler, den die meisten machen. Sie fühlen sich besser und hören auf. Aber ohne Stabilität fällt Dein Körper sofort zurück in das alte Hohlkreuz-Muster.

In der zweiten Phase haben wir die neue Freiheit stabilisiert. Wir haben gelernt, wie er seine tiefe Bauchmuskulatur und seinen Po aktiviert, um das Becken in der richtigen Position zu halten.

Markus lernte, wie er stabil bleibt, ohne sich festzumachen. Er lernte den Unterschied zwischen „Anspannung“ und „Verkrampfung“.

Ein neues Lebensgefühl

Heute ist Markus ein anderer Mensch. Er ist noch nicht zu 100 % frei von jedem Rücken-Zipperlein, das wäre bei zehn Jahren Vorgeschichte auch gelogen. Aber seine Lebensqualität hat sich um 180 Grad gedreht.

  • Die morgendliche Steifheit? Geschichte. Er steht auf und ist bereit für den Tag.
  • Die Angst vor dem Aufstehen nach dem Sitzen? Weg. Er hat das Vertrauen in seinen Körper zurückgewonnen.
  • Die Schmerzattacken? Treten nur noch extrem selten auf und werden durch sein regelmäßiges (jetzt schlaues!) Training immer weniger.

Und weißt Du, was das Beste ist? Markus ist im Büro wieder voll leistungsfähig. Er ist präsent, er ist fit und er hat wieder Spaß an der Bewegung gefunden.

Dein Weg zu einem schmerzfreien Leben

Markus’ Geschichte zeigt eines ganz deutlich: Disziplin ist super. Aber Disziplin ohne das richtige System führt oft nur tiefer in den Schmerz.

Wenn Du Dich in Markus wiedererkennst, wenn Du auch dieser „Durchhalter“ bist, der sich jeden Morgen aus dem Bett quält und denkt, er müsse nur noch härter trainieren, dann lass Dir gesagt sein: Es gibt einen anderen Weg.

Du musst nicht gegen Deinen Körper kämpfen. Du kannst lernen, mit ihm zu arbeiten.

Und wenn Du Hilfe dabei brauchst, dann bin ich gerne für Dich da.

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